Portrait Nerlich

Portrait – Jens Nerlich

1990 war die Welt plötzlich eine andere. Bei meiner Ausbildung als Offizier an der Offiziershochschule der Luftstreitkräfte, die ich nicht zu Ende bringen konnte, da die Schule durch die Zusammenlegung mit den Heeresfliegerkräften geschlossen wurde, lernte ich zuvor, wie man Anweisungen gibt. Das war eine tolle Sache, man gibt ein Befehl und die Leute machen es, ohne Protest und zu murren, ohne Diskussionen. Prima, ich dachte mir, im Wirtschaftsleben kann das erfolgreich sein.

Also die Entscheidung stand fest, ich mache mich selbstständig. Mathematik war mein Lieblingsfach, also irgendetwas mit Finanzen. Und so startete ich zu Beginn 1990 in der Allfinanzbranche, wurde Finanzkaufmann und spezialisierte mich dann immer mehr auf Businesspläne, Fördermittelrecherche und Gewerbefinanzierungen.

Mein Ziel war es damals, Unternehmern bei der Realisierung ihrer Projekte und ihrer Expansion die notwendigen Finanzierungen unter Berücksichtigung der günstigsten Fördermittel zu beschaffen. Das gelang wunderbar. Die Banken waren begeistert von meinen Businessplänen, von den Firmenpräsentationen und meiner Betreuung. Ich sah mich als Kooperationspartner und Vermittlungsposten zwischen den Interessen des Unternehmers und der der Bank. Mir war von Anfang an klar, es muss für beide Seiten ein Geschäft sein, dann funktioniert es.

Bis zum heutigen Tag konnte ich das zur Perfektion ausbauen. Manchmal gibt es noch einen Vor-Ort-Termin, aber in der Regel kommen meine Mandanten nur noch zur Unterschrift in die Bank, vorher ist alles geregelt und geklärt.

Die Idee zur Geschäftserweiterung

Bis eines schönen Tages, so ungefähr vor 5 Jahren ein Unternehmer zu mir kam, der mal schnell 200.000,-€ brauchte, weil sein Vater vergaß, auf einer Groß-Baustelle Nachträge für zusätzlich erbrachte Leistungen zu unterschrieben. Der Vater war bei ihm als Bauleiter tätig und führte das Unternehmen vor geraumer Zeit in die Insolvenz, aus der der Sohn es wieder herauskaufte. Nun, ich hatte nach 4 Tagen das Geld organsiert, es war die schnellste Zusage bis heute, und ich konnte dem Unternehmer helfen. Nach ca. 6 Monaten bekam ich einen neuen Anruf, er bräuchte noch einmal 100.000,-€, und mir wurde klar, das geht so nicht weiter.

Hinzu kam zu fast gleicher Zeit in anderes Unternehmen, welches ca. 1 Mio. € für beauftragte Lieferungen von Artikeln aus dem Warenlager benötigte, die bereits verkauft waren, aber nicht eingekauft werden konnten, da das notwendige Kapital fehlte. Nach intensiven Gesprächen in der Firma und mit der Geschäftsführerin, erkannte ich hier bei ihrem Exmann eine Person, die sie in den Ruin trieb.

Eigentlich führte er die Firma, obwohl sie das Unternehmen gestartet hatte, es ihr zu 100% gehörte und sie beide völlig unterschiedliche Ansichten hatten. Er behauptete ständig, alles im Griff zu haben. Sie war sich da gar nicht mehr so sicher und wollte eigentlich nicht mehr. Nach Durchsicht der Zahlen stellte ich fest, dass das Unternehmen in den ersten 3 Jahren hervorragend lief und als dann ihr Mann dazukam, stürzte es regelrecht ab.

Nach diesen beiden Erlebnissen fällte ich die Entscheidung, das geht so nicht. Geld hilft vielleicht aus einer Krise herauszukommen, aber langfristig löst es nicht das Problem. Ich sah auch meine Verantwortung gegenüber der Bank, der ich einen Businessplan präsentieren wollte und die auch Vertrauen in meine Arbeit hat. Ich muss sicherstellen, dass das Unternehmen in der Lage ist, seine Kredite jederzeit zurückzuzahlen. Übrigens gibt es bis heute nicht einen Ausfall.

Nach einer umfangreichen Ausbildung zum Consultant bei einem befreundeten Unternehmensberater in Stuttgart und der Ausbildung zu Restrukturierungs- und Sanierungsberater am IFUS-Institut für Unternehmenssanierung und –entwicklung an der SRH Hochschule Heidelberg ergänzte ich mein Aufgabenfeld um die Beratung von Unternehmen in Fragen der Organisation, Kommunikation und Führung.

Diese Kombination ist sehr wertvoll für den Unternehmer. Ich schaue mir sein Situationen an, besorge die notwendigen Finanzen und helfe ihm da durch.

Meine Lösung für alle Probleme im Unternehmen ist:

„Finden Sie den wahren Grund.“

Ein wiederkehrendes Muster

Bei dieser wunderbaren Tätigkeit, ich liebe meinen Beruf, habe ich beobachtet, dass die meisten Unternehmer ihr Handwerk, ihre Branche und ihr Produkt hervorragend verstehen und beherrschen, ein Fliesenleger weiß, wie man Fliesen legt oder ein Dachdecker, wie man ein Dach deckt. Sie kenne ihr Werkzeug oder ihre Maschinen und stellen tolle Produkte her.

Doch wie man ein Unternehmen führt ist nahezu unbekannt. In keiner Berufsausbildung, in keiner Meisterschule oder eventuell beim Studium wird es gelehrt. Mein Kind macht zurzeit eine Meisterausbildung und es ist sehr schade, zu beobachten, dass diese Dinge nicht vorkommen.

Aber es gibt Werkzeuge und Gesetzmäßigkeiten der Unternehmensführung und somit die Lösung für Schwierigkeiten mit Kunden, dem Personal, dem Finanzen, der Organisation oder bei der Werbung.

Die Gründung einer Businessakademie in 2015 nahe Berlin liefert dieses Wissen und ich bin froh, dieses Angebot den Geschäftsführern und Führungskräften von Unternehmen machen zu können.

Heute verstehe ich mich als Partner der Unternehmensführung. Ich analysiere die Situationen im Betrieb und erarbeitete Lösungen, bilde sie und das Personal aus und unterstütze bei der Organisation des Unternehmens.

Mein Ziel ist es, die Unternehmen erfolgreicher zu machen, sie in guten Zustände zu bringen, damit sie ihre Probleme mit einer hohen Ethik lösen können. Ich möchte als Experte in der unternehmerischen Beratung und Finanzierung maßgeblich zum Wachstum, der Sanierung oder der Existenzgründung beitragen.

Persönlich

Ich bin ein sehr interessierter Mensch. Ich liebe die Natur und habe ein Faible für Vögel. Irgendwie begeistert mich alles, was mit Fliegen zu tun hat. In meiner Freizeit gehe ich Segelfliegen oder chartere mir einen kleinen Motorflieger.

Eine tolle Möglichkeit, um von einem anderen Gesichtspunkt auf die Welt zu schauen.